
Zusammenfassung
In
der ersten Phase dieser Forschergruppe wurden
die
wichtigsten Mechanismen identifiziert, die das Schicksal und die
Effekte von
Gülle-appliziertem Sulfadiazin (SDZ) und Difloxacin (DIF) in Böden
steuern. Zu
diesem Zweck wurden Schweine mit radioaktiv markierten Wirkstoffen
behandelt
und die resultierende Gülle wurde in einem Inkubationsexperiment zu
zwei unterschiedlichen
Bodentypen zugegeben. Die Antibiotika veränderten die Struktur der
mikrobiellen
Gemeinschaft und Funktionen im Boden, sowie die Häufigkeit des
Auftretens von
Resistenzgenen. Jedoch konnten wir beobachten, dass diese Effekte im
Vergleich
zum Maximum an bioverfügbaren Konzentrationen im Boden zeitlich
deutlich später
auftraten. Die
Zielsetzung
dieser 2. Forschergruppenphase ist es nun die folgenden
Hypothesen zu
testen: (1) Der 4-hydroxy-Metabolit von Sulfadiazin kontrolliert die
langfristige Wirksamkeit dieses Antibiotikums im Boden. (2) Die Vorgeschichte des
Bodens hinsichtlich
der Güllung sowie die funktionelle Redundanz der Bodenmikroorganismen
beeinflusst die Effekte der Antibiotika. (3) Die
Dissipationsgeschwindigkeit der Antibiotika bestimmt die Dauer der
Effekt. (4) Der
Eintrag von zusätzlicher organischer Substanz verstärkt die Intensität
der
beobachteten Effekte. Der besondere Fokus der Arbeiten liegt diesmal
auf der
Rhizosphäre, da sich in dieser Bodenregion der hot-spot der
mikrobiellen Biomasse
und Aktivität befindet. Um die Einflüsse der Rhizosphäre von den
übrigen
Umwelteinflüssen zu isolieren, wird der erste Teil der Versuche im
Rahmen eines
zentralen Mesokosmenexperimentes durchgeführt. Dieser wird im Weiteren
durch
zentrale Feldexperimente flankiert, in denen zusätzlich sowohl der
Effekt von
wiederholter Güllung, als auch die besondere Rolle von
Leguminosen-assoziierten
Mikroorganismen auf die funktionelle Redundanz im Boden untersucht
wird. Sieben
Teilprojekte werden sich in der 2. Phase dieser Forschergruppe mit den
Bereichen A) Mikroexposition und Dynamik von Antibiotika im Boden und
B) Mikrobielle
Toxizität, Resistenzentwicklung und Veränderungen der mikrobiellen
Gemeinschaft
in der Rhizosphäre und in nicht Rhizosphären-beeinflussten Boden
beschäftigen. Die
beiden Projektbereiche sind, neben der engen experimentellen
Verknüpfung, über
den Projektbereich C) verbunden (Integrierte Modellbildung), der seit
der 1.
Phase integraler Bestandteil dieser Forschergruppe ist und in dem zum
Teil die
theoretische Basis für die geplanten Experimente erarbeitet wird.
Sprecher
der
Forschergruppe:
Prof.
Dr. W. Amelung
Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und
Ressourcenschutz,
Fachbereich Bodenwissenschaften, Universität Bonn.
Nussallee 13
53115 Bonn
Tel: ++49 (0)228
73 2780
E-Mail:
wulf.amelung@uni-bonn.de
(Stellvertretende Sprecher: Prof. Dr. M. Spiteller, Dortmund; Dr. V. Laabs, Bonn)